ÔĽŅ Verwaltungsgemeinschaft Baunach - Chronik der Stadt Baunach
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Verwaltungsgemeinschaft Baunach  |  E-Mail: poststelle@vg-baunach.de  |  Online: http://www.vg-baunach.de

Chronik der Stadt Baunach

Die Stadt Baunach, das alte ‚ÄěBunaha", liegt im Bereich eines pr√§historischen Siedlungsgebietes, dessen Kern der Staffelberg war. Nicht weniger als 50 H√ľgelgr√§ber in den Waldungen der n√§heren Umgebung sowie eine Reihe von Fliehburgen aus der Hallstatt- und Latenezeit geben davon Kenntnis. Durch das Stadtgebiet f√ľhrten vorgeschichtliche Fernstra√üen vom Regnitzbecken nach Th√ľringen und in das Saalegebiet.Die Gr√ľndung von Baunach f√§llt in die zweite fr√§nkische Siedlungsperiode von 650 bis 750 n.Chr., durchgef√ľhrt von fr√§nkischen Grafen, die den Ort nach dem Baunachfluss benannten. Die erste urkundliche Erw√§hnung ist am 04.07.802 nachgewiesen. Das erste Stadtrecht wurde bereits im Jahre 1328 durch Kaiser Ludwig den Bayern verliehen.
Wappen von Baunach

Der Bamberger Bischof Anton von Rotenhan verlieh mit Urkunde vom 15.07.1447 dem Markt Baunach ‚Äěein sigill und panir‚Äú. Im Schild ‚Äěsullen steen drey wasserfluss. Und durch dieselben drey wasserfluss soll ein gantzer hecht mit dem haupt von der einen obern ecke des schilts.... geen‚Äú. Der in einer Abschrift des 15. Jahrhunderts √ľberlieferte Siegel- und Bannerbrief gibt keine Farbbeschreibung. Sie wurde sp√§ter festgesetzt. Die drei Wellenpf√§hle versinnbildlichen die Fl√ľsse Baunach, Lauter und Main. Der Hecht steht f√ľr den Fischreichtum. Die Legende des Siegels lautete nach dem Siegelbrief SIGILLUM CIVIUM IN BAWNACH. In einer farbigen Wappentafel, gefertigt unter F√ľrstbischof Johann Philipp von Gebsattel (1599-1609), wurden folgende Farben festgelegt: 3 silberne B√§che auf rotem Grund, belegt von einem Hecht in Gold.

Als im Gefolge der politischen Umw√§lzungen zu Anfang des 19. Jahrhunderts von M√ľnchen aus das Gemeindewesen in Franken neu geordnet wurde, verlor mit anderen kleinen St√§dten auch Baunach sein Stadtrecht. Mit Bekanntmachung vom 11. Mai 1954 des Bayer. Staatsministeriums des Innern wurde dem Markt Baunach erneut die Bezeichnung ‚ÄěStadt‚Äú verliehen.

Wer im Jahre 1946 nach Baunach kam, befand sich in einem von der Landwirtschaft geprägten kleinen Städtchen. Dieses Bild hat sich grundlegend gewandelt. Die Entwicklung von Baunach in Bezug auf Einwohnerzahlen und Einrichtungen zu einer modernen Kleinstadt wurde in den letzten 50 Jahren vollzogen.

 

Die Einwohnerentwicklung inkl. der heute zum Stadtgebiet gehörenden Orte:Logo von Baunach

1939 1.990 Einwohner
1950 2.735 Einwohner
1960 2.712 Einwohner
1970 2.914 Einwohner
1980 3.174 Einwohner
1990 3.387 Einwohner
2000 4.023 Einwohner
2005 4.165 Einwohner
2010 4.183 Einwohner
2011 4.160 Einwohner
2012 4.203 Einwohner
2013 4.199 Einwohner
2014 4.192 Einwohner
2015 4.180 Einwohner
2016 4.232 Einwohner
2017 4.237 Einwohner

 

Der starke Anstieg der Bev√∂lkerung von 1939 bis 1950 ist durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener, die in Baunach eine neue Heimat gefunden haben, begr√ľndet. Durch Familienzusammenf√ľhrungen und dem damit verbundenen Wegzug dieses Personenkreises war die Tendez bis 1960 geringf√ľgig r√ľckl√§ufig. Ab diesem Zeitpunkt ist ein st√§ndiges √ľberdurchschnittliches Wachstum zu verzeichnen.

 

Die bauliche Entwicklung von Baunach

Die Ausweisung von neuen Baugebietsflächen nach Kriegsende bis zum heutigen Tag war enorm und entsprach den tatsächlichen Anforderungen nach Bauland.

 

Name

Jahr

Ziegeleisiedlung

1947

St. Bruno Siedlung

1950

Galgensiedlung

1956

Oberer Kapellenberg

1960

Bastei

1962

Hemmerleinsleite I

1969

Kutscherweg

1976

Hemmerleinsleite II

1977

Hemmerleinsleite III 1992 - 2006
Hemmerleinsleite IV 2006 - 2012

Mainleite

1980

Am Burgweg

1982

Wächtersgraben

1983

Seeleite

1984

Burkhardsleitenhang

1986

Langmeh

1989

Am Tiergarten

1992

Kleewiese

1997

Ortsrandbebauung

1950-70

Sportanlage

1969

Städtebauförderung

1988

Industriegebiet Eichen

1978-97

 

In den Stadtteilen wurden im gleichen Zeitraum zehn kleinere Baugebiete ausgewiesen.

 

Es gibt in der Umgebung von Baunach keine hochgelegene starke Quelle , die Marktplatz Baunachden Bau der Wasserleitung beg√ľnstigt h√§tte. Als im Jahre 1953 das Wasser des Marktbrunnens von der Gesundheitspolizei ‚Äěverschlagen‚Äú wurde, war das Startzeichen zum Bau einer Wasserversorgung gegeben. Nach erfolgreichen Probebohrungen wurde im Jahre 1957 die Pumpstation erbaut und der Bau des Hochbeh√§lters auf dem h√∂chsten Punkt der Kleewiesen in Angriff genommen. Am 12.9.1958 konnte die Anlage eingeweiht werden; Mitte der 60er Jahre auch der Leitungsbau in Daschendorf und ein Hochbeh√§lter. In den 70er Jahren bereitete die Anlage an verbrauchsreichen Tagen immer wieder Schwierigkeiten. Baunach war durch neue Siedlungsgebiete teils auf den umgebenden Bergh√§ngen erheblich gewachsen, so dass die vorhandene Wassermenge und der Wasserdruck nicht mehr ausreichten. Im Gegensatz zum Vorschlag der Fachbeh√∂rden in Bezug auf den Anschluss an die Fernwasserversorgung favorisierte der Stadtrat die Erweiterung der eigenen Anlage. Nach dem positiven Abschluss der Versuchsbohrungen und geologischen Untersuchungen im Jahre 1981 wurde ein zweiter Tiefbrunnen niedergebracht und der alte Brunnen saniert. Durch die jetzt vorhandenen drei Hochbeh√§lter und die Umgestaltung der Anlage nach neuesten technischen und √∂rtlichen Erfordernissen¬†war eine Wasserversorgung aus eigener Anlage auch f√ľr die Zukunft sichergestellt.

Die Abwasserbeseitigung wurde nach dem Bau der Wasserleitung zu einem weiteren dringenden Bed√ľrfnis. Bereits ein Jahr nach deren Fertigstellung fasste der Stadtrat den Beschluss zum Bau der Kanalisation. am 02.04.1965 wurde der erste Bauabschnitt vergeben.

 

In insgesamt 6 Bauabschnitten wurde das Kanalnetz in den Altstadtbereichen bis Anfang der 70er Jahre ausgebaut und bereits 1967 eine Tropfk√∂rper-Kl√§ranlage in der Baunachtalaue unweit des M√ľndungsbereiches in den Main mit 4000 Einwohnergleichwerten errichtet und in Betrieb genommen. Um den ge√§nderten und gestiegenen Anforderungen zum Gew√§sserschutz entsprechen zu k√∂nnen, musste sich der Stadtrat in den Jahren 1985/86 mit der Sanierung der Abwasseranlagen befassen und diesbez√ľgliche Regelungen f√ľr alle Stadtteile treffen. Man entschied sich f√ľr den Anschluss aller au√üenliegenden gr√∂√üerer Ortsteile an Baunach und die Sanierung der hiesigen Anlagen, was zun√§chst einen Kostenansatz von etwa 16 Millionen DM erforderte.

 

Als erste Ma√ünahme wurde zur Beseitigung der h√§ufigen R√ľckstauprobleme im nordwestlichen Stadtgebiet von Baunach ein Stauraumkanal in der Hinteren Ha√übergstra√üe sowie ein Regenr√ľckhaltebecken mit 440 m¬≥ im Bleichanger unmittelbar vor dem Sch√∂pfwerk der Hochwasserfreilegung errichtet. Nachstehende Bauabschnitte folgten: Ausbau des Kanalnetzes in Reckenneusig und Anschlu√ü mittels Pumpwerk am Sendelbach und Druckleitung zum Industriegebiet Baunach in 1992/1993; Verlegung einer Freispiegelleitung nach Dorgendorf und Ausbau eines Regenr√ľckhaltebeckens 1993/1994; Verlegung der Freispiegelleitung von Dorgendorf nach Priegendorf, Errichtung eines Stauraumkanals und Ausbau des Kanalnetzes in Priegendorf in den Jahren 1995 bis 1997; Ausbau des Ortsnetzes in Daschendorf in 1999 und Errichtung einer Druckleitung zur Bahnhofstra√üe in Baunach - des weiteren in Baunach Errichtung eines Stauraumkanals im √Ėrtleinsweg f√ľr die s√ľdwestlich gelegenen Siedlungsbereiche und eines Regenr√ľckhaltebeckens am Kutscherweg f√ľr die westlichen Neubausiedlungen von Baunach in den Jahren 1998/1999. Geplant sind noch die Errichtung eines Regenr√ľckhalte- und Durchlaufbeckens im Bereich der Lauterm√ľndung in die Baunach f√ľr die gesamte westlich der Baunach liegende Ortslage und der Neubau einer Kl√§ranlage unmittelbar nach der Jahrtausendwende. Die gesamten Investitionen werden sich dann wohl auf 20 Millionen DM belaufen.

 

Ein Jahrhundertwerk war die Errichtung von Hochwasserschutzanlagen in den Jahren 1982/83. Wegen der Lage an Baunach, Itz, Main und Lauter stellten sich in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder katastrophale √úberschwemmungen ein und bedrohten die tiefliegenden Siedlungsgebiete der historischen Altstadt. Besonders gro√ü waren hierbei die Gefahren, wenn H√∂chstwasserst√§nde der Baunach und des Mains zeitlich zusammentrafen, wie dies in den Jahren 1967, 1969 und 1970 geschehen ist. Verheerende Sch√§den kamen zum Vorschein, als das Wasser wieder sank und sich in die Baunach zur√ľckzog. Noch im Jahre 1970 beschloss der Stadtrat, Ma√ünahmen zum Hochwasserschutz zu ergreifen. Durch die Gemeindegebietsreform wechselten sich auch die Zust√§ndigkeiten der Wasserwirtschafts√§mter f√ľr die Baunach als Gew√§sser II. Ordnung. Die urspr√ľngliche Absicht, den Bereich entlang der Lauterm√ľndung durch Schutzmauern hochwasserfrei zu machen, wurde aufgegeben. Die dann durchgef√ľhrte Ma√ünahme sch√ľtzt nunmehr die westlich der Baunach oberhalb der Bahnhofsstra√üe gelegenen tiefliegenden Gebiete und die gesamte Bebauung √∂stlich der Baunach. Hierbei handelt es sich um ca. 125 Wohnanwesen.

 

Mit der Errichtung der Hochwasserschutzanlagen, die Gesamtaufwendungen von ca. 2,1 Millionen DM erforderten, wurde ein doppelter Zweck erreicht. Neben dem Schutz f√ľr die eingedeichten Gebiete wurden auch hervorragende Naherholungseinrichtungen geschaffen, stehen doch fast 2 km ausgebaute Wanderwege auf der Dammkrone der Deiche und entlang der Hochwasserschutzmauer zur Verf√ľgung

Der erste Kindergarten in Baunach wurde am 15. Oktober 1911 eingeweiht, nachdem die Stadt √ľber eine zweckgebundene Schenkung des Tierarztes Max Foto Jugendheim BaunachSchmitt und weitere Spenden aus der Bev√∂lkerung die Mittel hierf√ľr erhielt. Die Leitung dieser ‚ÄěKinderbewahranstalt‚Äú oblag den Schwestern der ‚ÄěT√∂chter des hl. Erl√∂sers‚Äú mit dem Mutterhaus in W√ľrzburg. Diese kirchliche Schwesternstation bestand bis zum Jahre 1969. Ab dem Jahre 1970 erfolgte die Betreuung der Kinder durch weltliches Personal.

 

Im Jahre 1976 wurde der neue 3-gruppige Kindergarten St. Oswald neben dem Schulgel√§nde seiner Bestimmung √ľbergeben. Bautr√§ger f√ľr diesen Kindergarten ist die Katholische Kirchenstiftung Baunach. Rechts- und Betriebstr√§ger der Kindergartenverein St. Oswald e.V. Baunach.

Die stetige und schnelle Einwohneraufw√§rtsentwicklung machte eine Erweiterung dieses Kindergartens um zwei Kindergartengruppen notwendig. Diese Erweiterung wurde 1990 vollzogen, sodass im Kindergarten St. Oswald insgesamt 125 Kindergartenpl√§tze zur Verf√ľgung standen.

 

Bereits nach 5 Jahren war auch der erweiterte Kindergarten nicht mehr in der Lage, die vorhandenen Kinder aufzunehmen. Deswegen wurde ab dem Kindergartenjahr 1995/1996 das inzwischen sanierte Geb√§ude des ersten Kindergartens in Baunach im Zentweg durch die Stadt Baunach wiederum f√ľr eine Kindergartengruppe zur Verf√ľgung gestellt. Diese Kindergartengruppe wurde als selbst√§ndiger Kindergarten St. Oswald II gef√ľhrt. Die Einrichtung dieses eingruppigen Kindergartens erfolgte √ľbergangsweise bis zur Fertigstellung des neuen Kindergartens in der Stra√üe ‚ÄěAm Tiergarten‚Äú. Am 18. September 1998 konnte der neue st√§dtische Kindergarten ‚ÄěSt. Magdalena‚Äú eingeweiht und f√ľr drei Gruppen seiner Bestimmung √ľbergeben werden. Der Kindergarten St. Oswald wird nun mit drei Gruppen gef√ľhrt und beherbergt inzwischen auch einen Kinderhort.

Schule BaunachWie lange Baunach ein eigenes Schulhaus besitzt, ist nicht bekannt. Als erste Schule gilt das Mesnerhaus neben der Kirche. 1654/55 stockte man dieses Schulhaus auf, um eine zweite Schulstelle unterbringen zu k√∂nnen. Nachdem Unterrichtsr√§ume und Lehrerwohnungen nicht mehr der neuen Zeit gen√ľgten, wurde 1894 ein neues Schulhaus errichtet: Das jetzige Rathaus der Verwaltungsgemeinschaft Baunach. Dieses Geb√§ude wurde 1962 aufgelassen und durch den Schulneubau auf der Bastei abgel√∂st. Es entstand dabei ein moderner Schulbau mit Turn- und Schwimmhalle, der nicht nur einen neuen Abschnitt in der Schulgeschichte einleitete, sondern auch den Start f√ľr die Entstehung einer ausgedehnten Wohnsiedlung gab.

Fr√ľher als erwartet kam die Verbandsschule. Priegendorf, Dorgendorf und Reckenneusig l√∂sten ihre einklassigen Schulen 1967 auf, so dass die Sch√ľlerzahl sprunghaft auf √ľber 400 anstieg. In der Weiterentwicklung ordnete die Regierung von Unterfranken am 3.7.1969 auch die Aufl√∂sung der bisherigen Schulverb√§nde Baunach, Reckendorf, Gerach und Lauter und ihre Zusammenfassung in der Verbandsschule Baunach mit einer einzigen Schulleitung an.

 

Da mit dem Schuljahr 1969/70 auch der 9. Jahrgang eingef√ľhrt und in Baunach in 2 Klassen vereinigt wurde, stellte sich wiederum eine gro√üe Raumnot ein. Am 5.11.1970 begann dann der Bau der Hauptschule mit Sport- und Schwimmhalle. Unter gro√üen Schwierigkeiten und finanziellen Belastungen aller im Schulverband vertretenen Gemeinden entstand im Laufe von mehreren Jahren ein imposanter Geb√§udetrakt, der alle Einrichtungen einer modernen Schule beinhaltet. In den Jahren 1987 bis 1997 wurde das Geb√§ude mit einem Aufwand von ca. 8,7 Millionen DM grundlegend saniert.

 

Ab dem Schuljahr 2000/2001 wurden erstmals auch sog. Z√ľge zur Erlangung des mittleren Bildungsabschlusses in der Verbandsschule Baunach eingerichtet.

 

Das alte Rathaus wurde bereits in den Jahren 1742/46 als Repr√§sentationsbau f√ľr Rat und B√ľrgerschaft errichtet. Nach √ľber zwei Jahrhunderten wurde das Altes Rathaus der Stadt Baunach, Schloss Schadeck, jetzt Heimatmuseumunter Denkmalschutz stehende Geb√§ude im Jahre 1969 grundlegend saniert und 1977 durch Ausbau des Dachgescho√ües f√ľr die Verwaltungsgemeinschaft vorbereitet. Schon gleich nach Bildung der Verwaltungsgemeinschaft am 1. Mai 1978 wurde deutlich, dass die R√§umlichkeiten den Anforderungen einer modernen Verwaltung nicht gen√ľgen konnten, weswegen nach langwierigen Verhandlungen mit den Mitgliedsgemeinden einem Ankauf der dem Rathaus gegen√ľberliegenden ‚Äěalten Schule‚Äú, die bis dorthin von der Firma SEBA als Produktionsst√§tte genutzt wurde, zugestimmt wurde. Nach grundlegenden Umbauma√ünahmen der ‚Äěalten Schule‚Äú konnte das neue Rathausgeb√§ude am 16. Januar 1983 eingeweiht und seiner Bestimmung √ľbergeben werden. In den nun frei gewordenen R√§umlichkeiten im historischen Rathaus konnten die st√§dtische B√ľcherei und das Heimatmuseum untergebracht werden.

Bis zum Jahre 1803 befand sich um die Stadtpfarrkirche St. Oswald, wie in fr√ľheren Zeiten allgemein √ľblich, der Friedhof um die Kirche. Diesem Zwecke diente auch das im Jahre 1543 erbaute ‚ÄěBeinhaus‚Äú √∂stlich des Kirchenchores. Mit der Errichtung des neuen Friedhofes westlich der Magdalenenkapelle im Jahre 1804 konnte der Friedhof an der Kirche aufgelassen werden. Bei Bauma√ünahmen im Jahre 1998 zwischen dem Marktplatz und dem Kirchenvorplatz wurden Gr√§ber entdeckt, die bis ins 7. Jahrhundert zur√ľckreichen. Eine Sicherung dieser Funde erfolgte unter aktiver Mitwirkung der Denkmalschutzbeh√∂rden.

Bereits 1954 wurde zur Errichtung des Gefallenen-Ehrenmales und des Leichenhauses der Friedhof an der Magdalenenkapelle erweitert. Umfassende Sanierungsma√ünahmen zeichneten sich zu Beginn der 80er Jahre ab, um der immer st√§rker notwendig werdenden maschinellen Bewirtschaftung des Friedhofes Rechnung zu tragen. Ab 1984 erfolgte die Erweiterung des Friedhofsgel√§ndes in Richtung Westen und die umfassende Sanierung der bestehenden 8 Abteilungen in 4 Jahresschritten ab dem Jahre 1987. Der gr√ľne Friedhof von Baunach mit einer lebendigen Bepflanzung wird nunmehr von Fachleuten gerne als musterg√ľltiges Beispiel bezeichnet und immer wieder bei Besichtigungsfahrten von zust√§ndigen Gremien der Friedhofstr√§ger besichtigt.

Bereits seit den 20er Jahren bestehen weitere Friedhöfe in Dorgendorf und Priegendorf. 1974/75 errichtete die Kirchenstiftung von Reckenneusig einen Friedhof mit Leichenhaus.

 

Mit der Aufnahme der Stadt Baunach in das Bayerische Städtebauförderungs-Programm im Jahre 1986 erhielt Baunach eine wichtige Entwicklungschance, die eine beachtliche Erhöhung des Wohnwertes durch die Realisierung alljährlicher Bauabschnitte bis zum heutigen Tage mit sich brachte.

 

Nach Erstellung des st√§dtebaulichen Rahmen- und Entwicklungsplanes im Jahre 1986 begann 1987 der Bau der Altstadtparkpl√§tze, die √ľber kurzem Wege vom Marktplatz √ľber den im Jahre 1988 fertiggestellten M√ľhlensteg √ľber die Baunach zu erreichen sind. Weitere Bauabschnitte waren: Umgestaltung und Sanierung des Marktplatzes mit √úberkumstr. und Marquard-Roppelt-Str.; M√ľhlgasse im Bereich der Schrepfers-M√ľhle mit Fu√üweganbindung an die Wehrgasse; Gestaltung von Teilbereichen der H√§fnergasse/Wehrgasse und Fu√üweganbindungen zur Lauter und zum Jugendheim; Gestaltungen der Seitenbereiche entlang der B 279 bei den Einm√ľndungen Zentweg/Stadtgraben, Schweizergasse, Marquard-Roppelt-Str./historisches Rathaus, W√§chtersgraben, Klostergasse, Milchgasse und Brauereigasse. Auch¬† die Um- und Neugestaltung der Gr√ľnanlage an der Einm√ľndung der √úberkumstra√üe in die Ha√übergstra√üe sowie die n√∂rdlich angrenzenden Ortsstra√üeneinm√ľndungen Augraben, W√§chtersgraben und Hintere Ha√übergstra√üe wurden im Rahmen der St√§dtebauf√∂rderungsma√ünahmen realisiert.

 

Insgesamt wurden bislang ca. 5 Millionen DM mit √ľberwiegender staatlicher F√∂rderung f√ľr diese Ma√ünahmen investiert. Gef√∂rdert wurden auch private Geb√§udesanierungen.

Um m√∂glichst gleichwertige Lebensverh√§ltnisse in den Altortbereichen der Stadtteile schaffen zu k√∂nnen, wurde die Flurbereinigung mit den Dorferneuerungsma√ünahmen angestrebt, was durch Einleitung der Verfahren und Bildung der Teilnehmergemeinschaft Baunach f√ľr die Stadtteile Baunach und Daschendorf sowie der Teilnehmergemeinschaft Priegendorf f√ľr die Stadtteile Reckenneusig, Dorgendorf und Priegendorf im Jahre 1989 erfolgte. Dies war auch der Startschuss f√ľr umfangreiche Planungen eines funktionierenden Wegenetzes zur Verbesserung der Erwerbssituation der praktizierenden Landwirte. Hierbei wurde √∂kologischen Belangen hohe Priorit√§t einger√§umt. Das fr√§nkische Realteilungssystem hatte im Verlauf von Jahrhunderten zu Kleinstbesitzfl√§chen gef√ľhrt. F√ľr mehrere Millionen DM wurde in den Jahren 1996/97 ein hervorragendes, auch gemarkungs√ľbergreifendes Wegesystem errichtet.

Als erste Dorferneuerungsma√ünahme wurde das Gemeinschaftshaus in Dorgendorf gef√∂rdert, es folgte der Gehwegeausbau entlang der B 279 in Reckenneusig in den Jahren 1990/91 als gemeinsame Bauma√ünahme mit dem Stra√üenbauamt. 1995 f√ľhrte man die Gestaltung des Kirchenvorplatzes in Reckenneusig durch. In Priegendorf konnte 1997 die Zufahrt zum Friedhof und die Friedhofserweiterung mit r√ľckw√§rtiger Erschlie√üung in Angriff genommen werden.

Eine Neugestaltung des Bereiches rings um das Gemeinschaftshaus in Dorgendorf mit Zufahrt zur Kirche sowie der Ausbau der Sendelbachstra√üe und der Veitensteinstra√üe in Priegendorf erfolgte im DE-Programm in den Jahren 1998/99. Des weiteren wurde auch 1999 in Verbindung mit dem Kreisstra√üenausbau in Daschendorf die Gestaltung der Randbereiche unter Nutzung des gleichen Programmes begonnen. F√ľr weitere Ma√ünahmen in allen Stadtteilen bestehen Planungen mit beachtlichen Investitionssummen.

Kirche St. Oswald BaunachDie Stadt Baunach ist reich an historischen Geb√§uden. Sehenswert ist die Pfarrkirche. Die Kirche ist dem heiligen Oswald geweiht, einem angels√§chsischen K√∂nig von Northumbrien, der im Jahre 642 im Alter von 38 Jahren auf dem Schlachtfeld fiel. Das Patrozinium des hl. Oswald geh√∂rt zu den √§ltesten in ganz Deutschland. Die erste Kirche soll nach Angaben der Kirchenb√ľcher Bischof Wolfger im Jahre 823 geweiht haben. Der heute noch vorhandene Chor wurde um 1460 unter dem Freiherrn von Rotenhan erbaut. Der barocke Hochaltar kam durch die S√§kularisation 1810 als Stiftung aus der St. Stefanskirche Bamberg nach Baunach. Erw√§hnenswert sind die barocke Kanzel aus dem Jahre 1729 und das sp√§tgotische Sakramentsh√§uschen links vom Hochaltar. In den Jahren 1970 - 1972 wurde die Kirche umgebaut und erweitert. Die dreimanualige Orgel mit 34 Registern stammt aus der Werkstatt der Firma Hofmann aus Ostheim in der Rh√∂n. Aus der reichen Ausstattung der Pfarrkirche ist besonders das Heilige Grab erw√§hnenswert, das, einer B√ľhnendekoration √§hnlich, raumf√ľllend in reiner Rokkokomalerei (Anwander zugeschrieben) Darstellungen aus der Heilsgeschichte darbietet. Ein Aufbau im Chor erfolgt im dreij√§hrigen Turnus in der Karwoche.

 

 

Ein Idyll ist die sp√§tgotische Magdalenenkapelle mit dem Hochgrab des aus Baunach stammenden gro√üen Pilgers, des im Rufe der Heiligkeit verstorbenen √úberkum. Sie ist der B√ľ√üerin Maria Magdalena geweiht und d√ľrfte wohl um 1430 erbaut und 1473 - diese Jahreszahl steht √ľber dem Eingang - mit der StiftungMagdalenenkapelle Baunach des seligen √úberkum erweitert worden sein. Diese Ma√ünahme hing sehr wahrscheinlich mit der zunehmenden Verehrung des seligen √úberkum zusammen. Das √Ąu√üere der Kapelle mit den gekehlten Sockelgesimsen und den abgesetzten St√ľtzpfeilern erh√§lt durch das lange Dach, den hohen Westgiebel, den Schopfwalm im Osten und durch das aufgesetzte achteckige Zwiebelt√ľrmchen sein Gepr√§ge. Betritt man das Innere, f√§llt der Blick zun√§chst auf den f√ľnfeckigen Chorraum mit dem Hochaltar aus dem Jahre 1693. Das Bild der hl. Magdalena wird flankiert von den Figuren der hl. Agatha und der hl. Margareta. In der Mitte des Chorraumes befindet sich das Hochgrab des gottseligen √úberkum. Die beiden Seitenalt√§re wurden 1740 von der Bamberger Franziskanerkirche angekauft.

Beachtenswert ist auch die sp√§tgotische Kanzel von 1591, deren Schalldeckel von einer Figur der knienden Magdalena abgeschlossen wird. Das kostbarste Werk sind die vier lebensgro√üen Holzfiguren auf der rechten Seite, die Mutter Gottes, die hl. Barbara, die hl. Magdalena und die hl. Katharina, die aus der Schule Riemenschneiders stammen sollen. Noch zu erw√§hnen ist eine Holz-Plastik "Magdalena trocknet Jesus die F√ľ√üe", auch die Johannessch√ľssel aus dem 15. Jahrhundert ist bemerkenswert.

 

Auf dem freien Platz vor der Kirche entdeckt man eine steinerne Freikanzel, die bis zum Jahre 1729 in der Pfarrkirche stand. Sie gibt Zeugnis davon, da√ü viele gl√§ubige Pilger hierher gekommen sein m√ľssen, so dass der Platz in der Kapelle nicht mehr ausreichte. Der 1985 gegr√ľndete F√∂rderverein zur Restaurierung der Magdalenenkapelle verfolgte das Ziel, das stark vom Verfall gezeichnete Denkmal schnellstm√∂glich zu sanieren. Der 1. Bauabschnitt konnte im Jahre 1987 auf den Weg gebracht werden. Die Geb√§udesanierung ist inzwischen abgeschlossen, auch die Restaurierung bzw. Notsicherung der wertvollen Innnenausstattung. Als letzter Bauabschnitt wurde die Anschaffung einer Pfeifenorgel verwirklicht.


Hölzerne Männer Baunach

Zum Stadtbild des romantischen St√§dtchens mit vielen Fachwerkbauten geh√∂ren auch die "H√∂lzernen M√§nner": Ein von zwei M√§nnern geziertes Holztor, das gleichzeitig mit dem f√ľrstbisch√∂flichen Jagdschloss errichtet wurde und evtl. als Provisorium den Zugang darstellte, anschlie√üend jedoch vor dem Kastnerhof stand. Um diese Sehensw√ľrdigkeit aus Eichenholz ranken sich verschiedene Sagen. Die beiden in Holz gehauenen Ritter oder Edelleute stellen symbolisch W√§chter dar, die den Eingang sch√ľtzen.

Die Inschrift auf dem Querbalken lautet:

"WER UNDER DIESEN DUHR HINEIN GEHD UND IN SEIN SIN ZUM SDEHLEN SDEHD ES ISD MIIR LIEWER ER BLEIBD DAR AUSEN ICH HAW DARINEN KAZEN DIE SELWER MAUSEN".

 

Die ‚ÄěH√∂lzernen M√§nner‚Äú, die 1999 mit einem hohen Kostenaufwand grundlegend saniert wurden, konnten im Fr√ľhjahr 2000 in der neu gestalteten Gr√ľnanlage an der B 279 im Norden des Altstadtbereiches ("Am Kastenhof") in Zusammenhang mit der Realisierung des neuen "Hechtbrunnens" aufgestellt werden.

 

Das f√ľrstbisch√∂fliche Amtsschloss, ein sp√§tbarocker Bau mit langgezogenem Satteldach und dem an der Westseite vorgelagerten, dreigeschossigen Treppenturm geh√∂rt zu den bedeutendsten Bauwerken unserer Stadt. An der Nordseite ist das Wappen des Erbauers mit der Inschrift: "Marquard Sebastian Bischof v. Bamberg u. F√ľrst d. hl. R√∂m. Reiches lie√ü es 1689 erbauen". 1693 starb der F√ľrstbischof Marquard Sebastian. Sein Nachfolger Lothar von Sch√∂nborn, der von 1693 - 1729 regierte und dessen Wappen √ľber dem Einfahrtstor angebracht ist, f√ľhrte das Werk zu Ende. Er lie√ü die Innenr√§ume kunstvoll ausstatten und die Umfassungsmauer mit dem Eingangstor errichten.Bild Seniorenzentrum Schloss Baunach

Die F√ľrstbisch√∂fe kamen nun regelm√§√üig zum Jagen in das wildreiche Baunachtal und wohnten hier im Schloss, weshalb es vom Volk auch als "Jagdschloss" bezeichnet wird. Im Jahre 1802 wurde das Oberamt Baunach aufgel√∂st. Von 1838 bis 1870 beherbergte das Geb√§ude das Landgericht, von 1870 bis 1932 das Amtsgericht. Anschlie√üend erf√ľllte die Bekleidungsfirma STRIWA das Geb√§ude mit Leben, 1982 wurde der Betrieb geschlossen.¬†Nach langem Schattendasein wurde das inzwischen von der Stadt erworbene Schloss¬†in Zusammenarbeit mit der¬†Gemeinn√ľtzigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg¬†mbH¬†Seniotel zum Seniorenzentrum Schloss Baunach umgebaut. Die Einweihung dieser Einrichtung mit 48 Pflegepl√§tzen erfolgte im Jahr 2009.

 

Leucherhofbr√ľckeEines der bedeutendsten Br√ľckenbauwerke des 18. Jahrhunderts im s√ľddeutschen Raum ist die Leucherhof-Br√ľcke zwischen Baunach und Reckenneusig. Unweit der Bundesstra√üe 279 gelegen, f√§llt die Br√ľcke mit ihren drei Gew√∂lben schnell ins Auge. Erbaut wurde sie im Jahre 1710. F√ľrstbischof Lothar Franz von Sch√∂nborn wollte mit dem tragkr√§ftigen Steinbau die alte Handelsstra√üe zwischen N√ľrnberg und dem Th√ľringer Land leistungsf√§higer machen. 1979/80 wurde die Br√ľcke als "herausragendes und bedeutendes Denkmal" auch mit Mitteln des bayerischen Entsch√§digungsfonds saniert.

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